Verfolgungsjagd in Rumänien
Die meisten von Euch haben hoffentlich davon erfahren… wir haben in den letzten Wochen die kleine Maria, die ich bereits in meinem ersten Post in diesem Blog erwähnt hatte, nach Deutschland geflogen. Der Tag selbst, an dem der Transport stattfand, war eine ganz schön krasse Aktion. Ich habe ihn wahrgenommen wie einen Film. Als ich nachts wieder zu Hause war hab ich ihn zur Bewältigung heruntergeschrieben. In letzter Zeit hatte ich keine wirkliche Gelegenheit, hier in diesem Blog weiterzuschreiben (das wird aber kommen, ich hab so viel zu erzählen), daher teile ich das hier mal mit Euch. Vielleicht interessierts ja den einen oder anderen.
Eddie, Ago, Janosch und ich fuhren heute morgen nach Targu Mures zum Krankenhaus und waren gegen 13 Uhr dort. Die Ärzte waren nicht verfügbar, also setzten wir uns in ein Restaurant mit Wifi am Krankenhaus und warteten, aktualisierten die Website und sprachen noch mit Spendern über Skype und Handy.
Gegen 15.30 Uhr konnten wir dann in der Pediatrie mit dem behandelnden Arzt sprechen und natürlich die kleine Maria sehen. Mannomann, sie so da liegen zu sehen, das macht was mit einem… Sie hatte große Angst, ebenso wie Mama und Papa. Ich glaube heute war jeder mal dran mit Tränen in den Augen.
Wir warteten dann auf den Flieger, der für 17.30 Uhr am Flughafen in Targu Mures landen sollte. Gegen 16:15 Uhr kam dann der Anruf vom Malteser Hilfsdienst: wegen dichtem Nebel könne die Maschine nicht landen, denn Targu Mures hat kein Radarleitsystem. Sie würden nach Cluj fliegen und wir sollen schnell dorthin kommen.
Zum Glück konnten wir dank des Arztes schnell selbst einen Wagen der Samariter organisieren. Maria weinte, als die Sanitäter kamen und sie auf die Liege hoben. Dann fuhren wir los. Maria mit Papa in dem RTW – wir hinten dran. Es lag leichter Schnee auf der Straße. Trotz des Nebels mit kilometerlangen Passagen von Sichtweiten unter 10m sind wir sehr schnell gefahren, natürlich konstant mit Blaulicht und Sirene. Alles im Körper auf Vollspannung. Adrenalin pur. Wir versuchten, dran zu bleiben, aber jetzt im Ernst, die Rumänen sind absolut rücksichtslose Fahrer, es war für uns irgendwann unmöglich dran zu bleiben, weil wir trotz Lichthupe und Warnblinker und Hupe immer wieder abgedrängt wurden.
Um 19:30 Uhr kamen wir unter Hochspannung am Flughafen in Cluj an, knapp 30 Minuten später als die Ambulanz. Das Flugzeug wartete. Wir konnten gerade die Papiere austauschen – unsere Handys klingelten konstant – dann ist die Malterserflugorganisation aus Deutschland dran: “Ihr müsst jetzt starten, der Nebel wird immer dichter!” Ich kann in aller Eile noch ein Foto von Maria machen und Ago hat die Chance, alleine mit ihr zu sein, sie zu trösten und etwas zu beruhigen. Dann fährt die Ambulanz auf die Rollbahn. Durch einen Loch im Zaun können wir beobachten, wie die Kleine aus der Trage ins Flugzeug gehoben wird, Janosch darin verschwindet und die Maschine schließlich auf die Start- und Landebahn transportiert wird. Den Start konnten wir nur hören, der Nebel ist einfach zu dicht. Als die Maschine über uns hinwegfliegt dämmert uns langsam: Wir haben’s geschafft. Die Handys klingeln immer noch: Bernd will wissen, wo seine Maria bleibt. “Sie ist unterwegs zu Dir. Pass gut auf sie auf!”
Mehr zur Aktion auf www.rette-ein-leben.de!




[...] zu organisieren. Wer uns auf Facebook folgt, hat das Hin und Her live miterleben können und in dem persönlichen Blog von Daniel könnt Ihr nachlesen, wie er diesen Tag vor Ort erlebt [...]